11.11.2004
Appenzeller Volksfreund

 

Orientierung auf dem Weg in die Berufswelt

Berufsleute, Lehrlinge und das Amt für Berufsbildung ermöglichten den zweiten Klassen der Sekundarschule Appenzell am Dienstag umfassende Orientierungshilfen auf dem Weg in die Berufswelt. Die fünf Klassen hatten in fünf Foren die Möglichkeit, sich über weiterführende Schulen und Berufslehren zu informieren, Berufsfelder kennenzulernen und sich durch die Erfahrungen aus erster Hand, von Lehrlingen, ein Bild von der Berufswelt zu machen. Ziel des «Forum Beruf und Wirtschaft» ist es, den Schülerinnen und Schülern der zweiten Sekundarklasse Einblick in die Berufswelt zu verschaffen. In der Auseinandersetzung damit und dem Erkennen wichtiger Zusammenhänge sollen sie für sich Orientierungshilfen für die Berufswahl finden. «In einem Jahr werdet ihr vielleicht einen Lehrvertrag unterschreiben», blickte Silvio Breitenmoser, Leiter des Amtes für Berufsbildung in die Zukunft. Er zeigte den angehenden Lehrlingen, wie sie im Internet freie Lehrstellen ausfindig machen können unter: www.ai.ch/lehrstellen. In den Räumen des Erziehungsdepartements wurden die Jugendlichen von Edwin Keller über die möglichen schulischen Wege orientiert. erufsberater Hanspeter Inauen zeigte auf, wie eine Beratung aussieht, welche Tests ihm und den «Klienten» ermöglichen, den richtigen Beruf zu finden. Mit einem Kartenlege-Spiel lernten die Besucher, wie sie sich im Berufsinformationszentrum (BIZ) zurechtfinden können. Am Berufsinformationstag ging es darum, sich in der vielfältigen Landschaft der Berufe zu bewegen. Bis man sich den passenden «Berufsschuh» anziehen kann, gilt es, sich umzusehen, zu fragen und schliesslich in den gewählten Beruf hineinzuwachsen. In diesem Forum, wie auch in andern, zeigte sich eine Tendenz, die Lehrkräften, Eltern und Jugendlichen zunehmend Bauchweh bereiten könnte: Immer früher sollen die Kinder ihr Berufsziel formulieren, möglichst früh in den Betrieben schnuppern. Und so früh wie möglich sollte man eine Lehrstelle auf sicher haben.


08.06.2004
Appenzeller Zeitung

 

Kreta: erfolgreiche Eroberung neuer Welten

 

Alle drei Jahre richtet die Sekundarschule Appenzell eine Projektwoche aus

 

Appenzell. Die pädagogische Arbeitsgruppe diskutiert die Ausrichtung und leistet die notwendigen Vorarbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Gesamtteam wird dann ein Katalog von Projektangeboten erstellt, aus dem die über 270 Schüler nach ihrem Gusto wählen können.

 

Hans Jürg Etter

 

Die aktuelle Projektwoche wurde in den Nach-Pfingst-Tagen realisiert. Sie stand unter dem Titel «Kreta» und appellierte vornehmlich an die Kreativität der Schüler. Viele Projekte schufen einen Bezug zur Berufswelt. Und eine wichtige Komponente ist immer der Sport. Eine grundlegende Projektidee ist der Beizug von Fachleuten oder Auskunftspersonen, die eine andere Welt in die Schule hineintragen. Schüler werden in der Projektwoche oftmals mit echten Bedingungen der Berufs- und Lebenswelt konfrontiert. Sie erfahren, was es heisst, eine bestimmte Arbeit zu leisten und sie durchzuziehen, bis ein Resultat vorliegt, Erfahrungen gemacht sind und Erkentnisse sich eingestellt haben.

So gings den Leuten, die in umgebauten Ochsnerkübeln mit Kaminrohr ihre Produkte aus Ton brennen wollten, um daraus Gegenstände aus Keramik entstehen zu lassen. Erstmal schiffte es durchs Ofenrohr, und es war nicht möglich, die Sache auf tausend Grad hinauf zu heizen. Improvisation und Flexibilität waren gefragt. Und die Gruppe, die sich auf die Bearbeitung von Sandsteinblöcken eingeschworen hatte, um kleine Skulpturen entstehen zu lassen, kämpfte ebenfalls mit den Unbilden des Wetters. Da gibt es dann zwei mögliche Grundhaltungen: «Nie wieder! Ich such mir einen Job unter Dach.» Und die andere: «Mich fordert es heraus, dem Wetter zu trotzen. Das macht mir doch keinen Eindruck.» So gings auch den Leuten, die sich fürs Theaterprojekt eingeschrieben hatten und eine Woche lang mit Bruno Riedl, Schauspieler am Theater St. Gallen, zu arbeiteten. Da war manche Auseinandersetzung vorprogrammiert. Und es reichte halt nicht, ein bisschen anzudeuten und ein bisschen zu blödeln. Am Schluss wussten Schüler, die mit «Cami-Texten» konfrontiert worden waren und auf der Ebene des absurden Theaters landeten, was es braucht, um zu einer Inszenie- rung zu kommen und wie die Arbeit im Theater tatsächlich aussieht, was es heisst, sich mit einer Rolle wirklich auseinanderzusetzen.

 

Wahrnehmungsspiele

Mit den Facetten der Wahrnehmung befasste sich die Gruppe «Hörbar-Sichtbar», die ihr Projekt synästhetisch ausgerichtet hatte, mit Fotos von Gebäuden arbeitete, deren Innenleben nachspürte, eine Tonspur erarbeitete und am Schluss eine Installation schuf, in der die Komponenten des Projekts in einer Art Gesamtwerk verschwanden. Diese Gruppe setzte sich auch mit einer blinden Frau und einem gehörlosen Mann auseinander, die als Gäste und Auskunftspersonen geladen waren. Eine andere Gruppe beschäftigte sich mit Naturkräften und eine weitere mit Meditations- und Entspannungstechniken. Es gab auch ein Atelier über Fliegerei. Eine nächste Gruppe beschäftigte sich mit Elektronik und eine weitere mit der Erstellung einer Homepage, wobei Teilnehmer gleich als «Hausjournalisten» eingesetzt wurden. Sie hatte ihren Arbeitsplatz im Info-Raum und gleich daneben - in der Werkstatt - erzeugte die Gruppe, die mit Specksteinen arbeitete - ihren ganz eigenen Sound, der durchs Schulhaus hallte. Da entstanden Skulpturen und Schmuckstücke.

 

Motivation

Grossen Zulauf haben immer die Projekte mit sportlichen In-halten. Fünfzig Jugendliche gaben sich solchen Aktivitäten hin und versuchten, sich in der einen oder anderen Hinsicht zu verbessern. Rund dreissig umfuhren den Bodensee. So kam eine für alle Beteiligten strenge, aber intensive Woche zustande. Echte Auseinandersetzung war möglich und echte Arbeit, deren Ziele und Zwecke für jedermann einsehbar waren und deshalb nicht begründet werden mussten. Auf beiden Seiten - auf der Seite der Schülerinnen und Schüler und auf der Seite der Lehrkräfte - kam es zu neuen Einsichten und zu einer Steigerung der Motivation für die Arbeit, die man eben zu machen hat.

In der Woche vom 7. bis 11. Juni sind in der Eingangshalle der Hofwiese 1 Gegenstände und Resultate der Projektwoche ausgestellt. Weiter im Netz: http://sek.aischulen.ch.

 


05.06.2004
Appenzeller Volksfreund

Kreative Woche in der Hofwiese

Die Jugendlichen hatten ausgewählt aus dreizehn Angeboten. Diese Woche konnten sie sich nach Herzenslust wissenschaftlich betätigen, ihre künstlerische Ader ausleben oder Sport treiben. Die Projektwoche der Sekundarschule Appenzell stand unter dem Motto Kreativität. Dicker russiger Rauch und hohe Stichflammen waren schon von weitem zu sehen. Vor dem Sekundarschulhaus Appenzell brannten am Donnerstag dreizehn Mädchen ihre selbstgestalteten Keramikgegenstände. Seit Montag hatten sie diese aus speziellem Ton geformt und gaben sie nun in einen umgebauten Ochsnerkübel mit Kaminrohr, den sie von unten beheizten. Bei einer Temperatur von tausend Grad wurden ihre Schälchen und Ziergegenstände das erste Mal gebrannt. Nach der Glasur kamen die Werke ein zweites Mal in den Raku-Brennofen, danach in eine Eisenkiste voller Sägespäne, wo sie russig schwarz vor sich hin kokelten. Mit einer Zange wurden sie anschliessend herausgehoben und im eiskalten Wasser abgeschreckt. Erst nach der Reinigung wird dann der metallisch bunte Glanz der Glasur sichtbar. Sport war zwar der Spitzenreiter bei den angebotenen Projekttagen, sehr viele Jugendliche wählten aber kreative Kurse. Im Werkraum sägten, meisselten und schliffen die Teenager hingebungsvoll an Skulpturen, dekorativen Gebrauchsgegenständen und Schmuckstücken aus Speckstein. Im Pavillon zwischen Sekundarschulhaus und Primarschule Engelgasse bearbeiten über zwanzig Kinder Sandsteinquader. In der Theaterwerkstatt, die mit Unterstützung eines Schauspielers geleitet wurde, probten Schülerinnen und Schüler eine Adaption des Märchens «Rotkäppchen» und das makabre Stück «Der Tierpräparator». Eher wissenschaftlich betätigten sich die Knaben im Atelier über Fliegerei. Ein Dutzend Schülerinnen und Schüler lernte eine Homepage zu erstellen und ein weiteres Dutzend Knaben beschäftigte sich eine Woche lang mit Elektronik.

 


13.05.2004
Appenzeller Volksfreund

 

Zwei von drei haben durchgehalten

Zum vierten Mal fand der Schulklassenwettbewerb der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention statt. Schweizweit haben rund 70 000 Schülerinnen und Schüler mitgemacht. Die Klasse 1b der Sekundarschule Appenzell ist ein halbes Jahr lang «rauchfrei» geblieben und hat einen grossen Batzen für die Klassenkasse gewonnen.
Mit grossem Erfolg wird in der Schweiz seit mehr als drei Jahren das «Experiment Nichtrauchen» durchgeführt, an dem sich Schulklassen seit 1989 in den meisten EU-Ländern beteiligen. Letzte Woche ging der Wettbewerb für 63 919 Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 16 Jahren aus 3484 Klassen in allen Sprachregionen der Schweiz nach sechs Monaten zu Ende. Zwei von drei Klassen sind «rauchfrei» geblieben; unter ihnen wurden die Preise verlost. Am Dienstag letzter Woche sind drei Verantwortliche des Projekts unangemeldet in der ersten Sekundarschul-Klasse von Bruno Gregorin aufgetaucht, um einen Test durchzuführen. Sie hätte gar nicht mehr daran gedacht und erst recht nicht geglaubt, dass sie getestet würden, erzählte eine Schülerin. Acht zufällig ausgewählte Schülerinnen und Schüler mussten in einem separaten Raum einen Atemtest absolvieren. Der Rest der Klasse habe gespannt und aufgeregt auf das Ergebnis gewartet, berichteten die Jugendlichen. Die Freude war gross, als danach der Klasse mitgeteilt wurde, dass sie zu den Gewinnerinnen zählt. Sogleich wurden Pläne geschmiedet, was man mit den 2500 Franken Tolles unternehmen könnte. Die Ideensammlung reicht von Aktivitäten wie Velotouren, Klassenlager, Zelten, Skifahren über Besichtigungen von Museen und Fabriken oder Theater- und Konzertbesuchen bis zu Vergnügungen im Europapark oder dem Alpamare. «Wir werden die besten Vorschläge heraussuchen und darüber abstimmen», beantwortet ein Schüler die Frage nach der Entscheidungsfindung.