26. November 2003
Appenzeller Volksfreund

 

Berufsfindung als Thema für einen Tag

Das Forum Beruf und Wirtschaft ergänzt und begleitet die Arbeit in der Sekundarschule am zentralen Thema der Berufsfindung. An einem Tag im Jahr können Schülerinnen und Schüler von den Erfahrungen junger Berufsleute und Referenten profitieren. Der Stundenplan für die zweiten Sekundarklassen sah am Dienstag etwas anders aus als gewohnt. Jede knappe Stunde wechselten sie das Schulzimmer. In den einzelnen Foren erzählten Lehrlinge über den Prozess ihrer Berufsfindung und über die Arbeitsswelt, in der sie sich mittlerweile gut zurechtfinden. Referenten gaben Wissenswertes über das erfolgreiche Bewerben für eine Schnupper- oder Lehrstelle weiter und über die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Berufsfeldern. Die Schülerinnen und Schüler hörten zwar Vieles über spezifische Berufe, Ziel des Projekttages war jedoch, Einblick zu erhalten in die Berufs- und Wirtschaftswelt allgemein. Durch die Erzählungen der jungen Auszubildenden bekamen sie wertvolle Tipps und Impulse für die eigene Berufswahl.
Dabei wurde nicht nur Schönfärberei betrieben. Die Umstellung von der Schul- zur Lehrzeit ist nicht allen gleich leicht gefallen. Die Begeisterung für den abwechslungsreichen Arbeitsalltag, für den Kontakt mit Menschen und das täglich interessante Lernfeld überwog in den Erzählungen. Die Sekundarschüler benutzten die Gelegenheit, den bereits berufstätigen Jugendlichen Fragen zu stellen. Die begleitenden Lehrkräfte hatten ihre Schüler bereits im Vorfeld auf das Thema Berufswahl eingestimmt. Man hatte Fragenkataloge ausgearbeitet, und etliche konnten bereits aus eigener Erfahrung von «Schnuppern» und Bewerbungen berichten.


26. November 2003
Appenzeller Zeitung

 

«Forum Beruf und Wirtschaft»

Appenzeller Sekundarschülerinnen und -schüler besuchen Projekttag zum Thema Berufswahl

appenzell. Das eintägige «Forum Beruf und Wirtschaft» an der Sekundarschule Hofwies hat zum Ziel, dass sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit Berufswahlfragen und mit der Wirtschaftswelt auseinandersetzen.

corina hugentobler

«Was will ich in meinem Leben erreichen? Welchen Beruf möchte ich später ausüben?» - Dies sind nur einige der Fragen, die für Schülerinnen und Schüler spätestens in der zweiten Sekundarklasse zum zentralen Thema werden - oder zumindest werden müssen. Um die Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit diesen Themen anzuregen, organisiert die Sekundarschule Hofwies in Appenzell seit vier Jahren ein eintägiges «Forum Beruf und Wirtschaft». Gestern haben nun die «Zweit-Sekler» an der Hofwies einen solchen Projekttag absolviert.

Ebenfalls gestern waren die Eltern der Sekundarschüler zu einer informativen Abendveranstaltung zum selben Thema eingeladen. Damit erhoffen sich die Organisatoren eine intensivere und bewusstere Auseinandersetzung mit der Berufswahl der Jugendlichen.

Ehemalige Schüler eingeladen

«Zu diesem Projekttag laden wir jeweils verschiedene Wirtschaftsvertreter aus der Umgebung ein», erklärt Luzius Gruber, Schulleiter und Lehrer an der Sekundarschule Hofwies. Es seien auch immer ehemalige Schüler der Hofwies anwesend, die dann von ihren Erfahrungen in der Berufswelt erzählten. Der gestrige Anlass bestand aus fünf so genannten Foren. Das Forum «Kaufmännische Berufe und Berufe des Verkaufs» präsentierte Markus Rusch von der Mobiliar Appenzell. Ihm zur Seite standen ehemalige Schülerinnen und Schüler der Hofwies, die jetzt im zweiten bis vierten Lehrjahr stehen. Nach einer Einführung von Markus Rusch stellten die Lehrlinge kurz ihre Berufe vor und sprachen allfällige Vor- und Nachteile an. So fand beispielsweise Tobias Dörig, der zurzeit das zweite KV-Lehrjahr bei der Kantonalbank absolviert, sein Job sei sehr abwechslungsreich und er habe viel Kundenkontakt. «Und wenn ich sehe, dass es draussen in Strömen regnet, dann bin ich auch immer froh, dass ich im Büro arbeite», fügte er lachend hinzu.

Sprachaufenthalt als Option

Andrea Neff steht im vierten Lehrjahr als Drogistin. Die Drogistenlehre hat sie nach einem Aufenthalt im Welschland begonnen. Dies empfahl sie gestern auch den Sekundarschülern: «Wenn ihr keine Lehrstelle findet, so ist dies eine sinnvolle Lösung. Es tut jedem gut, einmal wegzugehen und selbständig zu werden», fand sie. Die Lehrlinge konnten den Schülern auch Bewerbungs-Tipps geben. «Wichtig ist sicher, dass man beim Schnuppern Interesse zeigt und aktiv mitmacht», so Tobias Dörig. Die sieben anwesenden Lehrlinge hatten alle nur eine bis fünf Bewerbungen geschrieben. Dies sei eigentlich zu wenig, sie hätten Glück gehabt, so waren sich alle einig. Markus Rusch bekräftigte: «Es ist wichtig, dass man sich nicht auf eine einzige Bewerbung fixiert, sondern mehrere Bewerbungen in verschiedenen Branchen schreibt.» Im Forum «Berufsberatung und Berufsinformationszentrum (BIZ) besuchten die Jugendlichen das BIZ im Kollegi, wo Hanspeter Inauen und Silvio Breitenmoser vom BIZ ihnen Fragen zu Berufswünschen beantworteten. Thema eines weiteren Forums waren gewerblich-industrielle Berufe. Dieser Sektor wurde vertreten durch Damian Sonderegger von der Firma «Krupp Presta AG» in Oberegg. Im Forum «Verhalten in der Berufs- und Wirtschaftswelt» konnten die Teilnehmenden Einblicke in das gewerblich-industrielle Umfeld von Appenzell gewinnen. Der Rektor des Kollegi Appenzell, Ivo Bischofberger, referierte zum Thema «Schule nach der Schule» und zeigte mögliche alternative Ausbildungswege auf.

 


13. November 2003
Appenzeller Volksfreund

"Chancen für Mädchen und ihre Zukunft"


 
Für Tausende von Mädchen ist der zweite Donnerstag im November seit zwei Jahren ein besonderer Tag: Am Nationalen Tochtertag begleiten sie ihren Vater, ihre Mutter, den Götti oder andere Bezugspersonen einen Tag lang an deren Arbeitsplatz. Der Tochtertag – eine Initiative von 16+, dem Lehrstellenprojekt der Schweizerischen Gleichstellungsbeauftragten – wird in diesem Jahr vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann mitorganisiert. Er ist eine Motivationskampagne für Mädchen der vierten bis neunten Schulklasse, aufgrund der Tatsache, dass für viele Mädchen die Vorstellung, ein Leben lang berufstätig zu sein, keineswegs selbstverständlich ist. Das wirkt sich negativ auf die Berufswahl aus. Den Tochtertag einfach als Schnuppertag zu sehen wäre falsch. Er soll vielmehr die Mädchen dazu motivieren, sich mit neuen, vielleicht ungewohnten Lebensvorstellungen auseinander zu setzen. In einigen Klassen in und um Appenzell haben sich einzelne Mädchen dazu entschlossen, am Tochtertag, der mit einem attraktiven Wettbewerb verbunden ist, mitzumachen. Schulinspektorin Vreny Kölbener hat auf die Information der Lehrkräfte hin nur wenige Rückmeldungen erhalten. Eine fünfte Klasse in Steinegg nutzt den Nationalen Tochtertag, um sowohl für die Mädchen als auch für die Knaben einen besonderen Tag zu gestalten. In den meisten Schulklassen geht der Unterricht heute also wie gewohnt von statten. Alexandra Fässler-Lagger, Primarlehrerin in Steinegg, findet die Idee, einen geschlechterspezifischen Tag im Schuljahr zu gestalten reizvoll. Bereits letztes Jahr nahmen einige ihrer Schülerinnen am Tochtertag teil. Dieses Jahr konnte sie alle Mädchen ihrer fünften Klasse, nach einer Besprechung im «Mädchenrat», motivieren, mit einer männlichen Bezugsperson einen Arbeitstag zu verbringen. Sie ist überzeugt: «Das ist eine Chance für die Mädchen und ihre Zukunft».

 


30. August 2003
Appenzeller Zeitung

"Wem gehört die Erde?"

Zweimal im Jahr verleben die zweiten und dritten Klassen der Oberstufe einen Religiösen Bildungstag. Die Erfahrungen auf Schüler- und Lehrerseite zeigen, dass durch das Erleben, durch Vernetzung und Gespräche Religion nachhaltig in den Alltag hineinwirken kann. Einen ganzen Tag lang beschäftigten sich die Jugendlichen dieses Jahr mit der Schöpfung, mit der Welt in der sie leben. In fünf Workshops wurden am Montag und am Donnerstag von den dritten Real- und Sekundarklassen jeweils die Zugänge gesucht über alle Sinne. Selber etwas formen, gestalten, mit den eigenen Händen erschaffen, das Material spüren und der eigenen Kreativität freien Lauf lassen; das konnten die jungen Menschen im Atelier im Pfadidörfli. Religionslehrer Norbert Schneider gab ihnen Impulse, um ein für sie wichtiges Symbol oder einen persönlichen Gegenstand aus Ton zu fertigen. Im Dachstock des Mesmerhauses herrschte am Donnerstagnachmittag höchste Konzentration. Eine Gruppe SchülerInnen baute aus Kapla-Hölzern mit viel Sorgfalt Linien, Spiralen, Brücken und Türme. «...erst wenn der letzte Fisch gefangen, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.» (Cree-Indianer). Im Pavillon beim Bürgerheim versuchte Jugendarbeiter Michael Hanke mit Weisheiten der Naturreligionen dem Begriff Ökologie nachzuspüren. Verbunden mit dem Austoben im Wald erlebten die Jugendlichen die Natur unmittelbar. Pfarrer Stephan Guggenbühl bestritt einen eher theoretischen Teil. Es ging um vernetztes Denken und Selbstverantwortung. «Der blaue Planet» vermittelte ihnen schliesslich den Blick von aussen auf die Welt, in der sie leben.