07.11.2007

Appenzeller Volksfreund

 

Sekundarschüler auf Spurensuche

Bereits zum 9. Mal wurde gestern an der Sekundarschule Appenzell das «Forum Beruf und Wirtschaft» durchgeführt. Referenten aus verschiedenen Berufsgruppen führten die Zweitklässler in die grossen Geheimnisse der Berufswelt ein. Das Forum versteht sich als wichtiger Brückenschlag der Schule zu den potenziellen «Abnehmern» ihrer Schützlinge, wie Hans Jürg Etter, einer der Väter des Thementages, vor Besuchern ausführte. Es sei wichtig, den Schülerinnen und Schülern einen handfesten Kontakt mit Beruf und Wirtschaft zu verschaffen in einer Phase, da jeder und jede den Prozess der Ich-Findung ein gutes Stück voran getrieben hat und sich Berufswünsche und Zukunftspläne konkretisieren müssen. Das Forum wird bewusst an den Anfang der eigentlichen Lehrstellensuche gesetzt, damit ein breites Spektrum an Möglichkeiten zumindest angedacht wird. Die Schüler erhielten Gelegenheit, in Kontakt zu kommen mit den Angeboten der Berufsberatung (Berufsinformationszentrum BIZ im Gymnasium), angeleitet durch Silvio Breitenmoser und sein Team. Garagist Walter Baumann stellte die Bedürfnisse gewerblich industrieller Berufe vor, Luzia Reuteler vom Spital und Pflegeheim Appenzell die Berufe des Gesundheitswesens. Für kaufmännische Berufe und Berufe des Verkaufs hatte Manfred Guidolin, Marketingleiter der Migros Appenzell, als Referent gewonnen werden können. Zum Thema Lehrstellensuche und Bewerbung vermittelte Toni Kölbener, ein immer wieder gern gesehener Gast des Forums, wertvolle Tipps, und Hanspeter Schläpfer, Rektor des BBZ Herisau, vermittelte die Vorzüge der Berufsschulen und der weiterführenden Schulen.

 


14.08.2007

Appenzeller Zeitung

«Es wird strenger»

 

In der Sekundarschule erwartet die «Erstsekler» viel Unbekanntes: Das ist zwar spannend, macht aber auch ein wenig Angst.

 

Mit einem Lächeln bewaffnet:

(oben v.l.): Miranda, Minea, (unten v.l. Andrea und Cindy)

 

appenzell. Nicht nur für die Erstklässler war gestern ein Neuanfang: Auch für «Erstsekler» bedeutet der Übertritt in die Oberstufe viel Neues, ein bisschen Nervosität und Ungewissheit. Ein Besuch in der Klasse «1d» in Appenzell.

 

corina hugentobler

 

Nun sind sie doch eigentlich Sekundarschüler und gehören zu den Grossen. Trotzdem sitzen sie jetzt, am Montagmorgen nach den Sommerferien, in Reih und Glied wieder im Primarschulhaus. Grund dafür ist die Aula, die halt nun mal im Primarschulhaus untergebracht ist. Hier werden die Neuen, gewissermassen die «Kleinen unter den Grossen», von Schulleiter Luzius Gruber in der Sekundarschule begrüsst. «Beim letzten Mal, als ihr in eine erste Klasse kamt, waren noch Mama und Papa dabei», sagt Luzius Gruber. «Das ist jetzt anders – aber nervös seid ihr wohl trotzdem.» Nach der Begrüssung teilen sich die neuen Erstsekler in fünf Klassen und beziehen ihre Zimmer in den beiden Schulhäusern Hofwies oder Engelgasse.

 

2000 Lektionen in der Sek

Auch die Klasse 1d folgt ihrem zukünftigen Klassenlehrer, Thomas Knechtle, ins Zimmer im Schulhaus Engelgasse. Die 20 Plätze sind zugeteilt, blaue Namenskärtchen zeigen an, wo sich wer hinzusetzen hat. An jedem Platz liegt ein Schoggiglückskäfer. 2000 Lektionen, so hat Thomas Knechtle ausgerechnet, werden die Jungen und Mädchen an dieser Schule verbringen. «Die Zeit geht sehr schnell vorbei», verspricht Thomas Knechtle. Er weiss, wovon er spricht – seit über 30 Jahren ist er Lehrer, 20 Jahre davon an der Sek Appenzell.

 

«Wer ist nett?»

Jetzt heisst es erst einmal: sich vertraut werden. Die meisten im Zimmer kennen zwar mindestens jemanden, darauf wird in der Klasseneinteilung geachtet. Trotzdem sind viele unbekannte Gesichter in der Runde, die es nun mit Namen, Hobbys und anderen Merkmalen zu verbinden gilt. Alle haben einen Gegenstand mitgebracht, der für etwas steht, was ihnen wichtig ist. Manche passionierte Fussballer haben einen Ball dabei, einige zeigen Bilder von ihrem Pferd, ihrem Hund oder von den Katzen. Wenn es in der Sek gut laufe, erzählt zum Beispiel Manuela, wolle sie bei «Jugend & Hund» mitmachen. Sandra hat ein «Geolino» mitgebracht, die Jugend-Ausgabe des «Geo», sie interessiert sich für fremde Länder, besonders für Afrika. In der Klasse gibt es zudem einen Hackbrettspieler, einen Traktorfahrer und einen Fischer. Er sei ein bisschen «en Wilde», warnt einer der Jungen. Die anderen wagen keine solche Selbsteinschätzung. Schliesslich passiert es dann noch schneller, als einem lieb ist, dass die andern eine Meinung haben über einen. Ein paar verstohlene Seitenblicke, ein, zwei beiläufig gestellte Fragen, und der Fall ist klar. «Ich merke schnell, wen ich nett finde», sagt Cindy in der Pause. Mit den Mädchen in der Klasse ist sie zufrieden, die seien alle nett, findet sie. Minea pflichtet ihr bei, ebenso Andrea und Miranda. Über die Jungen sind sie sich noch nicht einig. Wichtig ist im Moment nur eines: Sie vier haben sich bereits gefunden und wissen, dass sie sich gut verstehen werden.

 

Ein bisschen nervös

Minea und Cindy kennen sich aus der Primarschule in Appenzell, auch Andrea und Miranda gingen in Eggerstanden zusammen in die Primar. Sie sei zunächst enttäuscht gewesen, als sie die Klasseneinteilung bekommen habe, erzählt Minea: «Ich kannte fast niemanden ausser Cindy. Zum Glück habe ich dann in den Ferien – im Lager und beim <Ferienpass> – noch Andrea und Miranda kennengelernt.»

Ob sie nervös gewesen sei auf diesen Tag? Schon ein bisschen, gibt Minea zu. «Ein neues Schulhaus, eine neue Klasse … Und es wird jetzt halt strenger, es ist eine Stufe höher.» Wenn sie an die Hausaufgaben denkt, wird ihr mulmig. «Vorher hatten wir einen Lehrer, der war überhaupt nicht streng, wir hatten nur wenig Husi», erzählt sie, und Cindy nickt. Als sich die vier dann aber fürs Zeitungsfoto in James-Bond-Pose werfen, sind alle Zweifel ausgeräumt: Miranda, Minea, Andrea und Cindy werden den Unsicherheiten des Neuanfangs, den zusätzlichen Husi und den neuen Gspänli selbstbewusst entgegentreten.

 


06.2007

Appenzeller Volksfreund

 

Ein stiller Schaffer im Hintergrund

 

 Von Brasilien kommt er, munkelte man damals, von weit her, unerreichbar fernen Gestaden, versehen mit Wissen, ein erfahrener Mann, obwohl noch jung, gut dreissig erst. Eine Stellvertretung hätte es anfänglich werden sollen, aber es wurde eine Stellung fürs reich befrachtete Arbeitsleben von Sekundarlehrer Paul Jud. Mit dem Ende des laufenden Schuljahrs zieht er sich ins Private zurück – altershalber, wie man  sagt, mit mehr als drei Dezennien an Dienstjahren auf dem Buckel. Auf intensive Zeiten blickt er zurück, auf die Begegnung mit einer Legion Jugendlicher, denen es unermüdlich Stoff und Lebensschulung zu vermitteln und die es nach bestem  Wissen und Gewissen zu erzielen galt. Hunderte von Schülerinnen und Schüler gaben sich in diesem langen Arbeitsleben die Klinke in die Hand, während er, wie es sich für einen Oberleutnant a. D. geziemt, unentwegt die Stellung hielt. Nichts für Lungern entschied er sich damals, sondern als gebürtiger Ostschweizer für Appenzell. Dann schickte ihn der Schulrat in die nächste Beiz. Er könne in einer Stunde wieder kommen, um den Entscheid entgegen zu nehmen: Tempora mutantur et nos mutamur in illis.

 

 

Prägende Lehrkraft

Paul Jud fand schnell Gefallen an Appenzell. Es war eine kleine Sekundarschule, ein paar Klassen, ein paar Lehrkräfte, und es gab viel zu tun. Nie hat er während seiner pädagogischen Tätigkeit seinen Ursprungsberuf – den des Bauzeichners – vergessen. Vielmehr gab er Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, von diesen Erfahrungen zu profitieren. Beruf und Studium machten ihn zum Pragmatiker, zum Mann der Tat. Bald schon setzte er Massstäbe, was Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter anbelangte. So prägte er den Biologie- und den Geographieunterricht an der Sekundarschule Appenzell für die er flugs eine eigene Philosophie erfand. Generationen von Schülerinnen und Schüler haben sich mittlerweile an seinen Wochenplänen, einer Sammlung von Mathematikaufgaben, geübt. Ziel ist dabei die Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung, denn die Aufgaben müssen in einem bestimmten Zeitraster gelöst werden, was nur schafft, wer seine Kräfte einigermassen einzuteilen und mit ihnen umzugehen weiss. Gegenwärtig ist er zusammen mit Kollege Linus Köppel mit der Brücke zum Beruf beschäftigt, einer berufsspezifischen Sammlung von Mathematikaufgaben für die dritten Klassen. Jede Schülerin und jeder Schüler wird dabei mit einer Mathematik-Dokumentation versehen, die den Berufswünschen entspricht. Die Bandbreite führt vom Elektriker zum Kaufmann und vom Brillenoptiker zum Zimmermann. Schwer vorstellbar, dass diese nie an die grosse Glocke gehängte, stets im Sillen getane Arbeit in diesen Tagen sich endet.

 

 

Gelassenheit

Er war kein Mann der lauten Worte, liebte stets den Ausgleich, lebte ein bescheidenes Leben, war vielen Vorbild im wahren Sinne des Wortes, verärgerte nie Kolleginnen und Kollegen, hatte aber stets ein offenes Ohr für deren Anliegen. Aufgeregtheit und Nervosität waren seine Sache nicht. Gelassen tat er sein Werk, am liebsten ganz ohne aufzufallen. Nie gab es eine Zeit der bösen Worte. Den Appenzeller Schüler empfand er stets, wenn auch mit einigen Ausnahmen, als generell arbeitsam und begeisterungsfähig. Damit trugen Schülerinnen und Schüler das Ihre zu einem glücklichen Arbeitsleben bei. Gerne erinnert er sich an die langen Gespräche mit Ferdinand Bischofberger, dem ehemaligen Schulinspektor. Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei, so sagt er, konstruktiv gewesen, und ein Höhepunkt stellte sich ein, als, nachdem die Sekundarschule unter die Ägide der Schulgemeinde Appenzell geraten war, der Umzug vom ewigen Provisorium der Pavillons ins neue, stattliche Schulhaus erfolgen konnte.

 

 

Perspektiven

Nun wird der langjährige und gestandene Lehrer dem strengen 45- Minuten - Takt und dem Denken in Lektionen entfliehen, und seine Sonntage werden, schulischer Sachzwänge enthoben, seine Sonntage sein. Seine Aufmerksamkeit wird nun jenem gelten, das am linken und rechten Rand des Weges wächst und blüht. Ein besonderes Augenmerk gedenkt er, der Biologie- auf die Wirkungskraft der Heilpflanzen zu richten. Nicht mehr mit den Augen des Pädagogen wird er die Welt durchwandern und wahrnehmen, sondern mit jenen des Privatmanns und des privaten Wissenschaftlers, der sein Arbeitsleben, Stellvertretungen natürlich nicht ausgeschlossen, zu einem guten Ende gebracht hat. So blickt er optimistisch in die Zukunft und sieht neuen Entdeckungen entgegen.

 


06.06.2007

Appenzeller Volksfreund

 

Projektwoche

Alle drei Jahre führt die Sekundarschule Appenzell in der Woche nach Pfingsten ihre Projekttage durch. Schülerinnen und Schüler können aus unterschiedlichsten Angeboten auswählen und verbringen die Zeit in Projektgruppen ohne 45-Minuten-Takt. Die diesjährige Projektwoche firmierte unter dem Titel «Gesundheit». Damit war ein weites Feld für Tätigkeiten aller Art gegeben. Manche trieben, was sie sonst auch treiben, nämlich Sport, andere radelten bei Wind und Wetter um den Bodensee. Man jagte Mikroben, stellte im «Selbst-ist-der-Mann/die-Frau-Verfahren» Salben her, liess sich auf Menschen mit Behinderungen ein, absolvierte den Nothelferkurs, fragte nach, hatte Spass und lernte gleichzeitig eine Menge Dinge, die irgendwann im Leben nützlich sein können.
Vier Tage lang war die Schule aus dem strengen, zeitlichen Takt und aus dem Biotop befreit. Alle waren unterwegs. Irgendwohin, Lehrplan konform und auch weniger Lehrplan konform, wies halt eben kam, unterwegs zu selbst formulierten pädagogischen Zielen.

 


17.03.2007

Appenzeller Volksfreund

 

Mit Chrömli den Tag versüssen

Wohlbefinden hängt auch mit der Pflege der Esskultur zusammen. Im Fach Hauswirtschaft lernen Jugendliche was eine gesunde Ernährung beinhaltet. Am 21. März, dem Tag der Hauswirtschaft machen Appenzeller Oberstufenschüler mit einem süssen Geschenk auf das Schulfach aufmerksam. Seit 1982 gibt es den Tag der Hauswirtschaft. Er soll auf die Bedeutung hauswirtschaftlicher Kompetenzen in Gesellschaft, Wirtschaft und Bildung aufmerksam machen. Die Appenzeller Hauswirtschaftslehrerinnen und ihre Oberstufen-Schüler wollen deshalb vielen Menschen den 21. März «versüssen». Im Kochunterricht haben die Jugendlichen unter Anleitung von Corinne Manser, Rita Neff, Marianne Gmünder, Carmelia Loher, Barbara Manser, Regula Höhener und Heidi Signer verschiedene Chrömli gebacken. Diese werden, abgepackt in etwa 800 Portionen in verscheidenen Geschäften in Appenzell verschenkt: in der Metzgerei Koller an der Hauptgasse, bei Möslers Käsewelt, in der Papeterie Schäfler, bei Streule Eisenwaren, in den Metzgereien Fässler, Rinkenbach, und Wetter, Hirschengasse.

 


06.02.2007

Appenzeller Volksfreund

 

Hours of Music - Musik von Jungen für Junge

Als Ersatz für die an der Sekundarschule nicht mehr stattfindene Fastnachtsparty haben Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen eine Musikveranstaltung initiiert, organisiert und durchgeführt. Diese fand am letzten Freitagnachmittag in der Aula des Schulhauses «Gringel» statt und wurde ein Erfolg. Kurzfristig war es und schnell musste es gehen. Das Organisationskomitee unter Deborah Andrich und Pascal Manser zeigte Flexibilität und trommelte spontan drei Bands zusammen, die eine Kostprobe ihres Könnens gaben und denen die Bühne in der Aula eine willkommene Plattform war. Zum Zug kamen die Bands «Per Sempre», «Subconsciouis» und «Gentle Wings of Insanity». Sie alle sind mit Appenzell, den örtlichen Schulen und Lehrbetrieben sowie der hiesigen Musikschule vernetzt. Die Jugendlichen bestritten den Nachmittag in eigener Regie. Schon im Vorfeld hatte sich die Lehrerschaft zurückgehalten und Schülerinnen und Schülern viel Eigenverantwortung übertragen. So kam es zu einem Nachmittag, an dem die Bands einerseits, anderseits aber auch das Organisationskomitee Erfahrungen sammeln konnten. Es braucht idealistische Leute, die solchen, nicht immer lustigen Aufwand tragen, denn ohne Veranstalter gibt es keine Konzerte.