25.06.2011

Zum Schulschluss: Schritte ins Leben

 

Die Sekundarschule Appenzell erkundet mit einer Nachmittags– und einer Abendveranstaltung Neuland

 

 

Die Sekundarschule Appenzell gestaltet die Schlusstage der fünf dritten Klassen in diesem Jahr anders als bisher. Schülerinnen und Schüler präsentieren die Ergebnisse ihrer Vertiefungsarbeit am Donnerstagnachmittag und am Abend findet eine kleine Feier für Eltern und Erziehende statt.

 

Die Schülerinnen und Schüler der dritten Sekundarklassen hatten auf den Schluss des Schuljahres hin eine grössere Arbeit zu schreiben. Diese Vertiefungs- oder Semesterarbeit wurde zum ersten Mal in dieser Form und flächendeckend realisiert. Die einen schöpften ihre Ideen dabei aus persönlichen Interessengebieten, die anderen versuchten sich an ihren künftigen Beruf heranzutasten, indem sie ein entsprechendes Thema wählten. So ist eine vielgestaltige Sammlung von gegen hundert Arbeiten im Umfang von rund fünfzehn bis zwanzig Schreibmaschinenseiten entstanden. Am Donnerstag sollen die Schülerinnen und Schüler einen weiteren Schritt tun, indem sie die Ergebnisse ihrer umfassenden Nachforschungen Eltern, Erziehenden sowie ihren künftigen Lehrbetrieben, Lehrmeistern und Lehrlingsbetreuern in einer kurzen Präsentation vorstellen, wozu entsprechende Einladungen ergangen sind. Sieht man sich das Programm an, so stellt man fest, dass sich die beruflichen Interessen durch die Vertiefungsarbeit bei vielen Schülerinnen und Schülern verfestigt und damit noch einmal bestätigt haben. Man bemerkt unschwer, dass die Schülerinnen und Schüler gespürt haben, dass man in und mit der Realisierung der Vertiefungsarbeit sowie der abschliessenden Präsentation Chancen wahrnehmen und umsetzen kann und dass man damit einen Schritt ins Leben und in die Zukunft getan hat, keine unwichtige Sache, denn der Wechsel von der Sekundarschule in die Berufswelt ist mit viel Freude und Gespanntheit, aber in jedem Fall auch mit mehr oder minder grossen Ängsten verbunden. Diese Ängste konnten Schülerinnen und Schülern zum Teil sicher genommen werden.

 

03.05.2011

Wiederholung ist die Mutter des Lernens

 

Ein würdiger Abgang mit viel Applaus und 39 Ehrungen, dazu der permanente Wandel im Schulalltag, Evaluationen, Qualitätssicherung und Löhne ? das alles füllte am Montag den halben Vormittag der kantonalen Lehrerkonferenz in der Mehrzweckhalle Steinegg.

 

 

Die erste Hälfte bestritt der Neuropsychologe Lutz Jäncke von der Uni Zürich, einer der meist gelesenen Hirnforscher der Gegenwart. In brillanter Rhetorik und auf sein Publikum zugeschnitten referierte er hundert Minuten lang zum Thema «Das Gehirn als Lernmaschine». An den Anfang stellte er die Frage: Weshalb braucht das Gehirn, das nur zwei Prozent der Körpermasse ausmacht, zwanzig Prozent der zugeführten Energie?
Jäncke brach mit der überholten Meinung, das Netzwerk im Gehirn bilde sich in den ersten Lebensjahren, um sich nachher kontinuierlich abzubauen. Permanentes Üben bringe bis ins hohe Alter Lernerfolge, die sich in der Gehirnmasse sogar physikalisch erfassen lassen, weil in besonders aktivierten Regionen sichtbares Wachstum passiert. «Wiederholung ist die Mutter des Lernens», betonte er mehrmals. Dabei sei das semantische Lernen am erfolgreichsten, was heisst, dass Lerninhalte am nachhaltigsten gespeichert werden, wenn sie mit Erleben und Erfahren, also an eine Situation gebunden, gewonnen werden. Mit einem wesentlichen Teil dieser Inhalte hat sich Marina Lazzarini während acht Jahren an vorderster Front auseinander gesetzt. Als Leiterin des kantonalen Schulamtes hatte sie Aufbauarbeit zu leisten, Netzwerke unter Lehrkräften zu fördern und die Umsetzung politischer Vorgaben zu befördern.Im Sinne einer letzten öffentlichen Amtshandlung berichtete sie aus aktuellen Projekten des Schulamtes. Freudig verkündete sie, dass auch Innerrhoder Lehrer ab sofort ohne Verzögerung Zugang zu den Weiterbildungsangeboten des Kantons St. Gallen haben. Zum Schluss betonte Lazzarini, die Innerrhoder und vor allem ihre Lehrkräfte seien ihr ans Herz gewachsen. Dass sie trotzdem zurückkehre an den Ort, wo sie ihren Lebensmittelpunkt hat, habe rein persönliche Gründe.

 

Folgende Lehrkräfte konnten ein Präsent für langjährige Dienste in den Schulen Innerrhodens entgegen nehmen:

10 Jahre: Annemarie Aebli, K Steinegg; Rolf Bossart, RL, Gymnasium; Magdalena Grunder, P Gonten; Tanja Hanke, P Appenzell; Manuela Heim, K Steinegg, Rahel Jud, K Appenzell; Yvonne Koch, P Haslen; Antonia Köppel, E Gymnasium, Rita Rechsteiner P/SHP Oberegg; Blanca Schad–egg, P Schwende; Ulrike Schönenberger, P Appenzell; Heidi Signer, F Appenzell; Andrea Willi, F Oberegg. 15 Jahre: Martina Bertsch, S Appenzell; Vreny Büsser, K Appenzell; Ottilia Dörig, BA Gymnasium; Sepp Dörig, P Appenzell; Roland Eugster, R Appenzell; Alexandra Fässler, P Steinegg; Luzius Gruber, S Appenzell; Tim Haas, S Oberegg; Carmelia Loher, R Appenzell; Vera Lukàcs, K Oberegg; Barbara Manser, F Appenzell; Dusan Prusak, CA Gymnasium. 20 Jahre: Manuela Fuhrer, P Oberegg; Ursula Fuster, SL Gymnasium; Maria Hörler, P Steinegg/Eggerstanden; Ilse Schrackmann, P Appenzell; Edith Wyss, P Schwende. 25 Jahre: Hedy Mittelholzer, K Schlatt; Urban Seitz, P Gonten; Mirjam Tobler, K Gonten. 30 Jahre: Maria Dörig, K Brülisau; Hans Fässler, P Haslen; Roswitha Paggiola, P Appenzell; Adolf Steuble, P Appenzell. 35 Jahre: Linus Köppel, S Appenzell; Rosy Rechsteiner, K Schlatt.
(Legende: K = Kindergarten, P = Primarschule, R = Realschule, S = Sekundarstufe, RL = Religionslehrkraft, CA/BA = Chemie–/Biologie–Assistent, F = Fachlehrkraft, SL = Sportlehrkraft)

 

 

02.04.2011

Gute Ergebnisse bei den Aufnahmeprüfungen

 

In den Monaten Februar und März bestanden 27 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Appenzell Aufnahmeprüfungen für weiterführende Schulen.

 

Wie wichtig eine gute Grundbildung ist, wird im Zusammenhang mit der Berufswahl immer wieder betont. Es ist somit erfreulich, dass bereits jetzt praktisch alle Schülerinnen und Schüler Anschlusslösungen gefunden haben. Die grosse Mehrheit der austretenden Schülerinnen und Schüler wählt den Weg einer Berufslehre. Jeder vierte von ihnen absolviert zusätzlich zur Berufslehre die Berufsmaturität. Von den angetretenen 23 Kandidatinnen und Kandidaten haben 20 Schülerinnen und Schüler die Aufnahmeprüfungen erfolgreich bestanden.

 

Einen hundertprozentigen Erfolg gelang an der Kantonsschule am Brühl. Die drei Kandidaten für die Fach- und die Wirtschaftsmittelschule waren erfreulich. Sie werden im Sommer eine drei- resp. vierjährige Vollzeitausbildung starten. Sechs Kandidatinnen und Kandidaten legten die Aufnahmeprüfungen des Gymnasiums Appenzell ab, wovon deren vier bestanden.

 

Der Schulrat und die Lehrerschaft der Sekundarschule Appenzell gratulieren allen zukünftigen Mittelschülerinnen und –schülern herzlich.

 

 

25.01.2011

Handarbeit und Kunstwerk

«Lisme» ist in: Eine kunsthandwerkliche Aktion und Ausstellungen widmen sich dem Strick–Trend

 

Einst gehörte kunstfertiges Stricken zum Basiswissen tüchtiger Frauen. Heute werden Kindern in der Schule nur noch Grundkenntnisse vermittelt. Darauf machten die Innerrhoder Lehrerinnen für textiles Werken am Samstag mit bestrickten Bäumen aufmerksam. Im Museum Appenzell erbrachten Publikumsscharen den Beweis, dass Stricken wieder (oder immer noch) hoch im Kurs steht.

Alle zwei Jahre sorgen die Handarbeitslehrerinnen mit einer originellen Aktion für Aufmerksamkeit, um für ihre Fächer zu «werben». Diesmal folgten sie dem allgemeinen Strick–Boom und verpassten Bäumen in Oberegg und Appenzell bunte Kleider aus Patchwork–Strickdecken. Die einzelenen «Blätzli» dazu haben an die 200 Kinder, von der 3. Primar– bis zur 3. Oberstufenklasse, angefertigt.Dass Stricken in ist, zeigte sich am Samstagnachmittag auch im Museum Appenzell. Jung und Alt besuchte in Scharen die Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung «Lismede»: Lieblingstücke, Stricktechniken und gestrickte Kunstwerke wurden bewundert und Tipps ausgetauscht.