26.09.2015

Zwei Preise für die Sek Appenzell

Hobbykünstler verwandelten Metallverpackungen zu Kunstwerken



Bereits zum 18. Mal wurde der nationale Kreativ–Wettbewerb «Recyclingkunst aus Metallverpackungen» durchgeführt. Organisiert wird der Anlass durch die beiden Recyclingorganisationen IGORA–Genossenschaft für Aluminium–Recycling und Ferro Recycling.

An der Preisverleihung in Knies Kinderzoo in Rapperswil gingen aus den 158 eingesandten Kunstwerken 36 als Sieger hervor. Die Primarschule Trogen und die Sekundarschule Appenzell sind an der Preisverleihung mit insgesamt drei Preisen ausgezeichnet worden.

Thema «Safari»
In der Schweiz werden Metallverpackungen wie Getränkedosen, Senftuben, Tierfutterschalen, Kaffeekapseln aus Aluminium und Konservendosen aus Stahlblech gesammelt und recycelt, was das Zeug hält. Dass diese Alltagsverpackungen aus Metall aber nicht nur wiederverwertet, sondern dass daraus auch ästhetische und veritable Kunstwerke entstehen können, verdeutlicht sich immer wieder neu mit dem Kreativwettbewerb «Recyclingkunst aus Metallverpackungen». Zur 18. Austragung mit dem Wettbewerbsthema «Safari» gingen insgesamt 158 Kunstwerke ein. Die Preisverleihung besuchten Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie zahlreiche Schulklassen aus der ganzen Schweiz, um zu erfahren, ob ihr Werk zu den 36 Gewinnern zählt.

Drei Preise ins Appenzellerland
In seiner Begrüssungsrede zur Preisverleihung lobte Markus Tavernier, Geschäftsführer der IGORA und von Ferro Recycling, die Kreativität und den unermüdlichen Einsatz der grossen und kleinen Wettbewerbsteilnehmer. Jedes Jahr sei er vom grossen Enthusiasmus beeindruckt. Die vielen engagierten Kinder und Jugendlichen setzen durch ihren gestalterischen Eifer mit Wiederverwertbarem ein wichtiges Zeichen für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen. Aus Trogen gewinnt die Primarschule mit Lehrerin Annina Spirig und den beiden Künstlerinnen Betina Saliba und Viktoria Astasova einen Preis in der Kategorie Kinder Gruppen. In der Kategorie Jugendliche Gruppen gewann die Sekundarschule Appenzell mit der Lehrerin Ladina Ebneter erneut zwei Preise – einmal mit dem Kunstwerk «2Dorf» und einmal mit dem Kunstwerk «SWAG». Alle Gewinner konnten als Belohnung ein Sparschwein, gefüllt mit je 350 Franken, nach Hause nehmen.

Spende von 80 Fr. pro Kunstwerk
Die Krönung der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Veranstaltung bildete die Checkübergabe von 12 640 Franken an die Behindertenorganisation Pro Infirmis. Mit dieser Geste von 80 Franken pro eingereichtem Kunstwerk wird die Kreativität der Wettbewerbsteilnehmer zusätzlich mit dem sozialen Engagement der Veranstalter belohnt.

Neues Wettbewerbsthema bekannt
Im November wird die nächste Runde des Kreativ–Wettbewerbs zum Thema «Chilbi» lanciert. 2016 jährt sich zudem die Partnerschaft zwischen den Recyclingorganisationen und Knies Kinderzoo zum 10. Mal. Dieses besondere Ereignis wird mit speziellen Aktivitäten gefeiert werden. Deshalb lohnt es sich schon jetzt für alle Hobbykünstler, Ideen und Metallverpackungen für den neuen Contest zu sammeln, um wiederum an der grossen Preisverleihung in Knies Kinderzoo dabei sein zu können.


04.07.2015

Ein Hoch auf das, was kommen mag

Schulschlussfeier der 3. Klassen der Sekundarschule Appenzell











Im Rahmen einer würdigen Feier verabschiedeten sich am Donnerstagabend 68 Schülerinnen und Schüler von der Sekundarschule Appenzell und somit von ihrer obligatorischen Schulzeit.

Die Schlussfeier stand ganz unter dem Motto «Ein Hoch auf uns», basierend auf dem Song von Andreas Bourani. Der rote Faden zog sich durch. Zum Song präsentierten sich die einzelnen Schülerinnen und Schüler auf der Bühne, flankiert von einem Portrait auf der Leinwand und einem persönlich ausgewählten Leitspruch. Es wurde augenfällig, dass aus den Kindern nun junge Erwachsene gereift sind. Für einmal nicht im T–Shirt und in den Knien hängenden Hosen, sondern vielmehr im schönen Abendkleid und mit Hemd präsentierten sie sich. Im verflossenen Schuljahr wurde das Wahlfachangebot an der Sekundarschule Appenzell ausgebaut. Die Zuschauer kamen am Abend in den Genuss einiger Leckerbissen aus diesen Kursen. Chor und Band unter der Leitung von Da­niel Untersander begleiteten musikalisch durch den Abend. Die 19 Mädchen aus dem Wahlfach Tanz präsentierten eine eigens für die Schlussfeier einstudierte Choreographie. Begeisterung lösten die im Zeichnen gefertigen Abendkleider, notabene alle aus Recyclingmaterialien wie Plastiksäcken, Schulbüchern oder alten Regenschirmen hergestellt. «Denkt an die Tage, die hinter uns liegen», heisst es weiter im Songtext. Zwei Schülerinnen wagten den Blick zurück, indem sie manche Anekdote und Macke der Lehrerinnen und Lehrer aufs Korn nahmen. So wurmt es sie heute noch, am Sporttag das Rennen gegen die Klasse 3b lediglich verloren zu haben, weil ihnen die Aussenbahn zugeteilt wurde. Auch der Unterricht wurde beurteilt. Teils sei das Ticken der Uhr das Spannendste gewesen, teils hätten sie sich an typischen Lehrersprüchen amüsiert. Dennoch beteuerten sie, auch das eine oder andere zukünftig zu vermissen. Schulleiter Luzius Gruber liess sich ebenfalls vom Motto des Abends leiten und spielte mit dem Hoch. Er machte den Bogen vom Dreikäsehoch, der vor drei Jahren in die Oberstufe eintrat, hin zu den Lernenden, die hoch hinauskommen wollen.Höhepunkt des Abends war die Zeugnisübergabe an die austretenden Schülerinnen und Schüler. Die vier Klassenlehrpersonen Heidi Burch, Marina Giarraputo, Roman Fässler und Roger Gebert überreichten die Mappen, verbunden mit einem Händeschlag und guten Wünschen. Unter Applaus wurden die einzelnen Klassen von der Bühne verabschiedet. Der Abend klang beim gemeinsamen Apéro aus. Luftballone, versehen mit den besten Wünschen der Eltern, stiegen in den Himmel und dann galt es, endgültig Abschied zu nehmen. Da und dort war gar ein Tränchen erkennbar.


17.06.2015

Schlagkräftige Zwergentruppe

Appenzeller Sekundarschülerinnen spielen eine märchenhafte Komödie nach eigenen Ideen

Wer kennt noch die sieben Zwerge? Die Märchenwesen drohen in Vergessenheit zu geraten und so beschliessen sie, die alten Geschichten «aufzupimpen». Morgen Donnerstag kann man ihre Bemühungen auf der Bühne des Primarschulhauses Hofwies mitverfolgen.

Die Geschäftsfrau findet die Aufmachung der sieben Zwerge unpassend. Woher sie kommen, weiss sie nicht. Das Schulmädchen meint, die Jungs mit den Zipfelmützen gehörten zu einer Trachtengruppe. Den Zwergen schwant, kaum mehr jemand weiss, wer sie sind. Sie wollen daher ihre Geschichte und andere Märchen den modernen Gegebenheiten angepasst, erzählen. Der «aufgepimpte» Märchenmix läuft aus dem Ruder. Das ist vegnüglich anzusehen: Die Sekschülerinnen zeigen einiges Talent, schlüpfen sie doch im Lauf ihres Stücks «Die 7 Zwerge» in mehrere Rollen.

Märchen–Melange
Die böse Königin ist Managerin eines Beauty–Konzerns. Schneewittchen, das ihr den Rang als Schönste im Land abläuft, soll vom Chauffeur aus der Welt geschafft werden. Als Beweis für seine Tat will er der Stiefmutter Schneewittchens Smartphone bringen. Bubi, der kleinste der sieben Zwerge im Alpstein, bei denen sich das Mädchen einquartiert hat, fällt ihn Ohnmacht und stösst sich den Kopf. Danach treibt er als perfides Rumpelstilzchen sein Unwesen. Er fordert von der ehemaligen Müllerstochter, die den altmodischen König Karl geheiratet hat, ihr erstes Kind – als Gegenleistung für drei Nächte Goldspinnerei. Es sei denn, sie erraten seinen Namen. Die Königs interessieren sich allerdings mehr für die neusten Schuhe vom Online–Versandriesen. Dessen Bote wird in einen Frosch verwandelt, der wiederum in einer Baugrube landet. Die Prinzessin, die ebenfalls ins Loch gefallen ist, hat genug von Fröschen und ihren leeren Versprechungen und schmeisst ihn raus, worauf der grüne Kerl auf der Terrasse von Rapunzel landet. Die junge Frau hat sich in 20 Jahren Einsamkeit in zwei Persönlichkeiten gespalten: in einen coolen Rapper und ein süsses Mädchen, das den Frosch nur zu gern küssen würde.

Laufende Entwicklung
Sieben Sekschülerinnen nehmen die berühmten Märchen munter auf die Schippe, würzten sie mit modernen Zutaten von Anrufbeantworter bis Jugendslang. Daniel Untersander, ihr Freifach–Lehrer, hat ihre Ideen in ein Drehbuch gegossen. Es ist gespickt mit selbstironischen Dialogen und witzigen Bezügen zur Neuzeit. Seit Februar feilen die Schülerinnen laufend am Stück – «working in progress» wie man im Fachjargon sagt, wenn das Stück während der Proben weiter entwickelt wird. Für jede der sieben Hauptfiguren wurde ein bestimmter Charakter ausgearbeitet: Ein Zwerg ist cool, der andere kindlich, einer ist muffelig der andere pragmatisch. Im ersten Semester des Schuljahres lernten die Mädchen die Grundlagen des Theaterspiels und es entstanden der Wunsch nach einer Aufführung und erste Ideen dazu. Der Theater–Freifach–Kurs wird seit langem erstmals wieder an der Sekundarschule Appenzell angeboten. Lehrer Daniel Untersander, der in der Märchenkomödie «Die 7 Zwerge» auch Regie führt, freut sich, dass sich für das nächste Schuljahr schon 28 Interessierte für den Theaterkurs angemeldet haben.Das ca. 80 Minuten dauernde Stück wird diese Woche in zwei Schülervorstellungen gezeigt. Am Donnerstag, 18. Juni, findet um 19.30 Uhr eine öffentliche Vorstellung für alle Interessierten statt, im Mehrzweckraum des Primarschulhauses Hofwies.